Kategorie: Aktuelles

Pressemitteilung | Porto-Gipfel zum sozialen Europa: Stillstand statt Aufbruch

Wo ist die klare Haltung unserer Bundesregierung, die vor über drei Jahren selbst mit ambitionierten Vorstellungen zum sozialen Europa angetreten ist? Seit dem Ende der Ratspräsidentschaft ist es aus ihrer Richtung still geworden. Eine klare befürwortende Haltung mit konkreten verbindlichen Zielvorschlägen war im Vorfeld zum Porto-Gipfel von dieser Bundesregierung nicht zu vernehmen.

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Pressemitteilung | Arbeitsmarkt: Generation Corona verhindern

Wir müssen dafür sorgen, dass keine verlorene Generation „Corona“ entsteht. Während der Corona-Pandemie werden weniger Menschen neu eingestellt, was der Hauptgrund für die aktuelle Arbeitslosigkeit in Deutschland ist. Außerdem werden weniger Ausbildungsplätze angeboten. Besonders schwer haben es dadurch Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, und junge Erwachsene, die gerade ihre Ausbildung oder ihr Studium beendet haben.

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Pressemitteilung | Arbeitsmarkt: Erwerbstätige besser absichern – während und nach Corona

Kurzfristig brauchen wir außerdem ein existenzsicherndes Kurzarbeitergeld auch für Geringverdienende durch ein Mindestkurzarbeitergeld, wie es ver.di gerade fordert, oder ein Kurzarbeitergeld Plus, wie es die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen seit Beginn der Pandemie vorschlägt. Und Selbständige, freiberuflich Tätige und Künstler*innen müssen endlich eine einfache, unbürokratische Leistung erhalten, die das Existenzminimum deckt, zum Beispiel indem im Rahmen der Wirtschaftshilfen auch ein Unternehmer*innen-Lohn ausgezahlt wird.

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Pressemitteilung | Arbeitsmarkt: „Auf-Sicht-Fahren“ beenden und Zukunft in den Blick nehmen

Die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt werden uns auch im neuen Jahr noch länger beschäftigen. Die Bundesregierung muss aufhören, nur auf Sicht zu fahren. Wir müssen endlich die Zukunft wieder in den Blick nehmen. Kurzfristig ist es wichtig, Neueinstellungen stärker zu fördern. Es darf nicht sein, dass sich Arbeitslosigkeit weiter verfestigt und insbesondere jungen Menschen muss der Start ins Erwerbsleben erleichtert werden.

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Grundeinkommen ist Grundsatz

Am 22.11.2020 haben wir auf einem Parteitag ein neues Grundsatzprogramm verabschiedet. Sven Lehmann und ich hatten einen ausführlichen Änderungsantrag zum Abschnitt zur Garantiesicherung, mit der wir Hartz IV, überwinden wollen. Viele Formulierungen aus unserem Antrag wurden übernommen oder modifiziert übernommen, u.a. heißt die Überschrift jetzt „Soziale Garantien“. Über den Satz aus unserem Antrag „Dabei orientieren wir uns an der Leitidee eines Bedingungslosen Grundeinkommens“ wurde kontrovers diskutiert und abgestimmt. Ich freue mich sehr, dass es für den Satz eine deutliche Mehrheit gab.

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Anlässlich des Porto-Gipfels und der geplanten Beschlüsse zum sozialen Europa erklärt Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Sprecher für europäische Sozialpolitik:

Die bisher bekannt gewordenen Dokumente, mit denen heute die europäischen Sozialpartner in einer politischen Verpflichtung und morgen die Vertreter:innen der Mitgliedstaaten in einer gemeinsamen Porto-Erklärung die EU sozialer machen wollen, lesen sich als Stillstand. Notwendig wäre aber ein starkes Signal für einen Aufbruch zu einem sozialen Europa.

Wo ist die klare Haltung unserer Bundesregierung, die vor über drei Jahren selbst mit ambitionierten Vorstellungen zum sozialen Europa angetreten ist? Seit dem Ende der Ratspräsidentschaft ist es aus ihrer Richtung still geworden. Eine klare befürwortende Haltung mit konkreten verbindlichen Zielvorschlägen war im Vorfeld zum Porto-Gipfel von dieser Bundesregierung nicht zu vernehmen.

Mit dem Aktionsplan zur Umsetzung der Europäischen Säule Sozialer Rechte (ESSR) hatte die EU-Kommission einen Aufschlag für die kommenden Monate und Jahre gemacht, in dem Licht und Schatten waren. Auf der einen Seite waren dort eine Reihe von Vorschlägen zur Umsetzung der ESSR enthalten und auch quantitative Ziele bezüglich Beschäftigung und Armut, auf der anderen Seite waren viele Vorschläge sehr vage und vor allem das Armutsziel enttäuschend.  Die Themen Verringerung der Armut, soziale Ausgrenzung oder die Erhöhung der Beschäftigungsquoten waren schon Teil der Sozialstrategie EU 2020 und werden mit den neu vorgeschlagenen Zielen aus dem Aktionsplan sogar unterboten. Sie liegen erheblich unter dem Anspruch der UN im Rahmen der SDGs die relative Armut in den reicheren Ländern zu halbieren.

Statt die Vorschläge der Kommission stärker zu konkretisieren und bei dem Armutsziel nachzubessern, verbleiben Mitgliedstaaten in ihrer Erklärung bei Allgemeinplätzen und stellen sogar die EU-Zuständigkeit wieder in Frage. Die Mitgliedstaaten dürfen nicht davor zurückschrecken sich ambitioniert der Armutsbekämpfung zu verschreiben. Sowohl quantifizierbare Ziele, um die Vorgehensweise festzulegen und den Fortschritt zu messen, als auch gesetzgeberische Instrumente zur Festlegung von EU-Sozialstandards sind möglich. 

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